50 Jahre Vogelpark: Zukunft einer geschätzten Institution hängt am seidenen Faden | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Der Vogelpark in Groß-Rohrheim steht vor einem Wendepunkt. Seit fast fünf Jahrzehnten ist die Anlage ein fester Bestandteil des Gemeindelebens. Doch was einst als Treffpunkt für Vogelzüchter begann, ist heute eine Herausforderung, die rein ehrenamtlich kaum noch zu bewältigen ist. Der Vogelschutz- und Zuchtverein e.V. schlägt Alarm und hofft auf wegweisende Unterstützung durch die Kommunalpolitik.

50 Jahre Vogelpark: Zukunft einer geschätzten Institution hängt am seidenen Faden

Was vor rund 50 Jahren als gemeinschaftliches Hobby begann – ein Ort, an dem sich Züchter nach Feierabend bei einem Bier trafen und ihre Tiere in Volieren versorgten – hat sich grundlegend gewandelt. Die Anforderungen an die Haltung, Unterbringung und veterinärmedizinische Versorgung von Tieren sind heute mit denen eines Zoos gleichzusetzen.

Ein Betrieb am Limit

Die strengen Auflagen des Veterinäramtes lassen keinen Spielraum: Wenn die fachgerechte Versorgung und Unterbringung nicht lückenlos gewährleistet werden kann, droht die sofortige Schließung der Anlage. Diese Verantwortung liegt derzeit auf den Schultern des Vereins.

Besonders kritisch ist die aktuelle Personalsituation: Die tägliche Fütterung und Pflege der Tiere erfordert 4 Stunden Arbeit – jeden Tag - ohne Unterbrechung. Diese Aufgabe wird derzeit von einem einzigen, hoch engagierten Vereinsmitglied getragen. Sollte dieser Leistungsträger ausfallen, stünde der Vogelpark vor dem sofortigen Aus. Es ist ein System, das in der heutigen Zeit durch ehrenamtliche Arbeit allein nicht mehr nachhaltig aufrechtzuerhalten ist.

Hoffnung auf kommunale Weichenstellung

Der Vogelschutz- und Zuchtverein e.V. Groß-Rohrheim leistet mit mehr als 2.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden pro Jahr einen beachtlichen Beitrag zum Gemeindewohl. Um das Fortbestehen der Institution zu sichern, hat der Verein einen Antrag auf Unterstützung an den Gemeindevorstand gestellt.

Der Bürgermeister hat die breite Unterstützung der Bevölkerung anerkannt und signalisiert, sich für den Erhalt des Parks einzusetzen. Nun liegt der Ball bei der örtlichen Politik: Es gilt zu entscheiden, ob und in welchem Umfang die Gemeinde bereit ist, die Lasten mitzutragen, damit der Park erhalten bleiben kann.

Ein Blick auf die Nachbarkommunen

Die Erfahrung in der Region zeigt, wie fragil dieses Gut ist: In Biebesheim und Heppenheim mussten Vogelparks mangels Möglichkeiten bereits ihre Tore schließen. Dass in Lorsch und Viernheim vergleichbare Anlagen weiterbestehen konnten, ist primär auf die dortige kommunale Unterstützung zurückzuführen.

Der Verein hofft nun auf eine ähnliche Weitsicht in Groß-Rohrheim. Es geht nicht nur um den Erhalt einer Anlage, sondern um ein Stück lebendige Vereinskultur und ein Naherholungsziel für die gesamte Bevölkerung.

„Wir haben in den letzten fünf Jahrzehnten viel Herzblut in diesen Park investiert und tun dies auch heute noch“, so der Vorstand des Vereins. „Doch für den langfristigen Erhalt brauchen wir jetzt die Unterstützung der Politik. Wir möchten, dass der Vogelpark auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem sich Groß-Rohrheimer begegnen und die Natur genießen können.“