Der Pfau im NETTO | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Im Vogelpark Groß-Rohrheim lebte ein Pfau namens Phalentin, der überzeugt war, dass der Vogelpark eigentlich viel zu klein für ihn war.

Der Pfau im NETTO

Phalentin war wunderschön — das wusste er auch selbst ganz genau. Jeden Morgen stolzierte er mit ausgebreitetem Rad über die Wege, als würde ihm der ganze Park gehören. Wenn Besucher Fotos machten, drehte er sich extra langsam im Kreis, damit jede Feder glänzte.

„Der hält sich für einen Filmstar“, sagte die Helferin Anette oft lachend.

Doch Phalentin hatte noch eine andere Besonderheit:

Er verschwand manchmal.

Nicht lange. Nie gefährlich weit. Aber immer wieder entdeckte man ihn plötzlich außerhalb des Parks. Einmal stand er vor dem Bahnhof. Ein anderes Mal spazierte er seelenruhig über den Fahrradweg Richtung Felder.

Und dann gab es natürlich die berühmte Netto-Geschichte.

Der Netto Marken-Discount lag nur ein paar Straßen vom Vogelpark entfernt. Dort öffnete die Marktleiterin morgens um sieben den Laden.

An einem Dienstag stellte sie gerade Obstkisten vor die Tür, als sie ein seltsames Geräusch hörte.

Klack… klack… klack…

Sie blickte auf.

Mitten über den Parkplatz stolzierte Phalentin.

Langsam. Würdevoll. Als wäre er Stammkunde.

„Das gibt’s doch nicht“, murmelte die Marktleiterin.

Phalentin blieb direkt vor der automatischen Eingangstür stehen. Die Tür glitt zischend auf.

Der Pfau ging hinein.

Drinnen wurde es schlagartig still.

Eine Mitarbeiterin erstarrte mit einem Karton Milch in der Hand. Ein kleiner Junge zeigte begeistert auf den Vogel.

„Mama! Ein Dino!“

Phalentin marschierte gemütlich durch die Gemüseabteilung, betrachtete kurz die Wassermelonen und blieb schließlich vor dem Regal mit den Chips stehen.

Dort entfaltete er plötzlich sein riesiges Pfauenrad.

Mitten im Netto.

Goldene, blaue und grüne Federn funkelten im Neonlicht des Supermarkts. Einige Kunden applaudierten sogar.

Die Marktleiterin machte schnell ein Foto und rief anschließend im Vogelpark an.

Eine halbe Stunde später kam Anette völlig außer Atem in den Laden.

„Phalentin! Was machst du denn hier?!“

Der Pfau blickte sie an, drehte sich majestätisch um und stolzierte freiwillig Richtung Ausgang, als hätte er seinen Einkauf erledigt.

Seitdem hing an der Pinnwand im Pausenraum des Netto ein ausgedrucktes Foto von Phalentin zwischen Sonderangeboten und Dienstplänen.

Darunter stand handgeschrieben:

„Hausverbot nur für Tauben. Pfauen sind willkommen.“

Und tatsächlich:

Wenn im Vogelpark jemand fragte, wo Phalentin gerade sei, antworteten die Mitarbeiter manchmal scherzhaft:

„Wahrscheinlich wieder beim Netto.“

PS: Die Ähnlichkeit mit lebenden Vögeln und Personen ist rein zufällig.