Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Energiekostensenkung, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel ist die energetische Erneuerung und nachhaltige Entwicklung bestehender Gebäude und Quartiere. Das KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ fördert hierbei Konzepterstellungen und ein so genanntes Sanierungsmanagement. Das bedeutet, sowohl eine strategische Maßnahmenplanung als auch die Begleitung ihrer Umsetzung werden unterstützt. Mit dieser Förderung der KfW sowie ergänzenden Landesmitteln über die WI-Bank wird ein entsprechendes Projekt für Groß-Rohrheim bis Mitte 2027 wesentlich finanziert.
Das Förderprogramm verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und unterstützt Kommunen dabei, Maßnahmen für die Steigerung der Energieeffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energien sowie eine sozial und städtebaulich verträgliche Umsetzung zu realisieren. Mit der Konzepterstellung und dem Sanierungsmanagement wurde auf Basis einer öffentlichen Ausschreibung das Fachbüro EnergyEffizienz GmbH aus Lampertheim beauftragt, das bereits zahlreiche vergleichbare Projekte bearbeitet hat.
Im Rahmen des Programmteils A (Quartierskonzept) erarbeitet das Fachbüro unter intensiver Beteiligung von Verwaltung, Fachleuten und Bürgerschaft die strategische Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen während des Projektzeitraums. Hierbei werden zentrale Handlungsfelder wie Gebäudesanierung, Photovoltaik, Heizungstausch, Wärmenetze, Mobilität und Begrünung untersucht. Auf Basis einer Bestands- und Potenzialanalyse sowie einer Reihe von Veranstaltungen entsteht so das Konzept.
Als Quartier im Rahmen des Projekts wurde nahezu der gesamte Bebauungsbereich der Gemeinde Groß-Rohrheim definiert, rund 1.300 Gebäude, sodass alle Eigentümer*innen am Projekt teilhaben können. Neben Informationsveranstaltungen und Aktionen zum Mitmachen besteht insbesondere die Möglichkeit, dass alle Interessierten auf Basis einer schriftlichen Befragung zum eigenen Gebäude einen individuell berechneten Steckbrief mit Sanierungsvorschlägen erhalten können.
Gegenstand des Programmteils B (Sanierungsmanagement) ist, Maßnahmen rund um Energiewende, Klimaschutz und Klimaanpassung in der Umsetzung zu begleiten. Das Sanierungsmanagement übernimmt eine koordinierende und unterstützende Rolle im gesamten Umsetzungsprozess – von der Projektsteuerung über die Beratung von Eigentümer*innen bis hin zur Organisation von Bildungs- und Beteiligungsformaten. Auch eine Kooperation mit regional relevanten Fachleuten ist vorgesehen.
„Der Erfolg des Projekts wird sich letztlich daran messen lassen, inwieweit durch die genannten Aktivitäten die Modernisierung vor Ort wirksam vorangebracht wird“, erklärte Bürgermeister Karsten Krug beim Pressegespräch zum Projektauftakt. „Bei vergleichbaren Projekten, zuletzt beispielsweise für die Städte Kassel und Oestrich-Winkel, haben wir durch dreistellige Zahlen an individuellen Beratungen für die Bürgerschaft, Informationsveranstaltungen, Baustellenkurse zum Mitmachen und weitere Aktionen viel Interesse geweckt und bei Nachbefragungen auch eine Vielzahl an Modernisierungen feststellen können. Das ist unser Ziel auch für Groß-Rohrheim“, ergänzt Dr. Philipp Schönberger, Geschäftsführer des beauftragten Büros EnergyEffizienz GmbH.
Erste Schritte im Projekt
Das Projekt, seine Ziele und das Vorgehen werden am Dienstag, 02.09. in einer Sitzung des Dorfentwicklungs-, Bau- und Umweltausschusses sowie am Donnerstag, 25.09. im Rahmen der diesjährigen Bürgerversammlung vorstellt.
Bereits ab Anfang September können alle Eigentümer*innen von Gebäuden in Groß-Rohrheim einen der wöchentlich angebotenen Beratungstermine bei Energieberater Peter Hensel wahrnehmen. Diese sind kostenlos – eine Anmeldung ist notwendig und entweder per Telefon (06206/303127-13) oder per E-Mail (gross-rohrheim@e-eff.de) möglich. Gegebenenfalls wird eine Warteliste eingerichtet.
Darüber hinaus sollen bis Ende August alle Gebäudeeigentümer*innen einen Fragebogen zu ihrem Gebäude erhalten. Das Ausfüllen ist freiwillig. Abgabefrist ist der 10. Oktober. Wer den Fragebogen ausfüllt, kann einen individuell berechneten Steckbrief mit Sanierungsvorschlägen für das eigene Gebäude erhalten.